1999 habe ich eine DogDance-Vorführung und ein paar Videos aus Amerika der damals bei uns noch unbekannten Sportart gesehen. Seitdem  läßt mich DogDance  nicht mehr los.  Ich starte ich mit meinen Mädels auf Turnieren, mache Vorführungen und gebe gern Seminare, um diese tolle Art der Beschäftigung weiterzugeben.

Hier ein Artikel, den ich mal für eine Hundezeitschrift geschrieben habe:

Die mit den Hunden tanzen: Dog Dancing – Hundesport mit garantiertem Spaßfaktor

Dog Dancing? Tanzen mit Hunden? Noch nie gehört?

Nachdem der Tanz mit dem Hund vor einigen Jahren aus den USA nach Deutschland gekommen ist, erfreut sich diese Hundesportart immer größerer Beliebtheit – als Familienhobby und Freizeitspaß, aber auch als spannender Wettkampfsport.

Seit den Fernsehauftritten bei Stefan Raab und Johannes B. Kerner ist Dog Dancing natürlich noch bekannter geworden und Auftritte bei verschiedenen Anlässen und Festen sollen noch mehr Menschen zeigen, was Hunde eigentlich so können. Die Hunde lernen verschiedene Tricks, von der einfachen Drehung und einer Rolle bis zum komplizierten Rückwärtsslalom durch die Beine ihres menschlichen Tanzpartners. Das Ganze wird zu Musik vorgeführt, ähnlich wie beim Eiskunstlaufen.

 

Spaß und Spannung

Was die Sache so spannend macht, ist der hohe Spaßfaktor für beide Partner - Mensch und Hund. Für den Menschen ist es eine ganz entscheidende Erfahrung zu sehen, wie die Augen des Hundes leuchten, wenn er eine neue Übung gelernt hat.

Die Gefühle des Hundes sind hierbei vielleicht vergleichbar mit unseren beim Turnen, Fußballspielen oder anderen sportlichen Tätigkeiten, in denen es darauf ankommt, bestimmte Bewegungsabläufe zu lernen. Wenn man’s endlich raus hat, macht es so viel Spaß, dass man es möglichst bald wieder tun möchte! Und uns Menschen macht es glücklich, wenn wir unseren Hund so begeistert sehen. Dog Dancing wurde in Deutschland im Zusammenhang mit Klickertraining und positiver Verstärkung bekannt und das ist glücklicherweise so geblieben. Die spielerische und fröhliche Art, wie die meisten Hundebesitzer an die Tricks herangehen gibt diesem Sport seine besondere Note.

In der Hundeschule: Für Aufmerksamkeit und Bindung

In der Hundeschule wird das Training der DD-Tricks gerne eingesetzt, denn es hat viele positive Auswirkungen auf den ganz normalen Hundealltag. Eine erste, aber immens wichtige Nebenwirkung ist die Steigerung der Aufmerksamkeit des Hundes auf seinen Menschen. Da der Hund von Frauchen oder Herrchen immer wieder spannende Aufgaben bekommt, die mit vielen Belohnungen einhergehen, wird er sich immer mehr auf sie konzentrieren. Es könnte ja sein, dass sie gleich wieder die schönen Spiele anfangen. Durch die intensive, fröhliche Beschäftigung festigt sich so die Bindung zwischen Mensch und Hund und er „hört immer öfter“.

 

Für Verbesserung der Kommunikation

Für das erfolgreiche Training ist es erforderlich, dass die Kommunikation klappt. Der Mensch muss lernen, seinem Hund verständlich zu machen, was er überhaupt von ihm will. Dazu muss er lernen, die kleinsten Signale seines Partners zu sehen, zu deuten und auf sie zu reagieren. Der Hundepartner tut das sowieso, denn er ist darauf programmiert, unaufhörlich unsere Körpersprache zu beobachten und daraus seine Schlüsse zu ziehen. Durch intensives Feedback und Anpassung von beiden Seiten verstehen sich dann irgendwann Hund und Mensch wirklich. Und das ist natürlich auch für das alltägliche Miteinander eine große Hilfe.

Im DD-Training in der Hundeschule wird gezeigt, wie man richtig motiviert, Übungen aufbaut, belohnt, Signale einführt, Leckerlis abbaut und vieles mehr, was genauso auf andere Übungen übertragen werden kann. Besonders schön ist es deshalb zu beobachten, wenn Hundebesitzer die Lockerheit und den Spaß mit denen die Tricks trainieren auf das Training der Grundlektionen wie „Sitz“, „Platz“ oder „Bleib übertragen. Dann hat auch der Hundeschullehrer das gute Gefühl, etwas Wichtiges rübergebracht zu haben.

 

Für Selbstwertgefühl und Vertrauen

Das Üben der Tricks bringt Erfolgserlebnisse mit sich. Man wird selbstbewusster und mutiger, wagt sich an immer mehr und immer schwierigere Aufgaben heran. Das gilt wieder für beide, den menschlichen und den tierischen Tanzpartner. Manche Übungen können dem Hund auch helfen über angeborene oder erlernte Ängste hinwegzukommen. Schließlich sollen die Kunststücke und Tricks ja auch vorgeführt werden und deshalb

müssen sie wirklich gut trainiert werden und unter schwierigen Bedingungen abrufbar sein. Allein das Training dafür hilft, mit unterschiedlichen Situationen wie Ansammlungen von Menschen, lauten Geräuschen und Musik, Hektik, Nervosität usw. klarzukommen und trotzdem zusammen arbeiten zu können. Und wenn dann bei der Vorführung alles einigermaßen klappt, kann das Tanz-Team zu recht das Gefühl haben, etwas geleistet zu haben. Und so einen gewissen Kick bringt es auch. Sogar manche Hunde lieben es sehr, vor Publikum ihr Können zu zeigen und laufen zur Hochform auf, sobald es zu einem Auftritt geht.

 

Wie bringt man dem Hund denn so was bei??

Natürlich gibt es wieder viele Wege zum Ziel. Aber auch der Weg selbst kann das Ziel sein. Möchte ich dem Hund möglichst schnell möglichst viele Tricks beibringen? Möchte ich einfach mit dem Hund Spaß haben? Möchte ich Dog Dancing als Beschäftigung und Denksport für den Hund einsetzen? Möchte ich, dass der Hund sich besser konzentrieren lernt oder selbstbewusster wird?

Je nachdem werde ich mein Training etwas anders gestalten, unterschiedliche Methoden anwenden.

Auf jeden Fall aber machen wir es dem Hund am Anfang einfach. Wir üben einen leichten Trick, wie z.B. eine Drehung um die eigene Achse. Und wir belohnen großzügig, sehr großzügig. Damit wir den Hund nicht verwirren, üben wir nur einen Trick, bis der Hund ihn wirklich gut und überall ausführt und beginnen erst dann das Training für einen zweiten. Manchen Hunden fällt die Drehung sehr leicht, anderen z.B. eine Verbeugung oder Kriechen. Merkt man, dass der Hund irgendwie sehr verspannt ist und sich nicht gerne auf eine Übung einläßt, probiert man es zuerst mit einer anderen, hebt sich die schwierigere für später auf. Hunde sind eben Individuen mit Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten...

Im Dog Dancing wird gerne das Clickertraining eingesetzt, denn es hat gegenüber der Leckerli-Führmethode einige Vorteile. Viele Hundebesitzer suchen sich diese Sportart ja auch aus, um ihre Hunde zu beschäftigen, geistig zu fordern und zu fördern. Und beim Klickertraining muss der Hund viel denken und selbständig Lösungen suchen.

Aber Vorsicht, hat der Hund das Clickertraining erst einmal begriffen, besteht Suchtgefahr - und wieder für beide Partner, Hund und Mensch!

 

Und dann wird’s noch spannender!

Noch viel spannender wird Dog Dancing, wenn man endlich viele Tricks geübt, diese mit schöner Bei-Fuß-Arbeit zu Musik zu einer Choreografie zusammengesetzt hat und nun einen Auftritt bei einer Feier oder gar einem Turnier plant. Die eigene Nervosität, die Anspannung des Hundes, die Reaktionen des Publikums kann man nicht vorausahnen. Aber das Gefühl, wenn der Hund bei der Aufführung mit Freude mitgearbeitet hat und man selbst die Choreografie nicht vergessen hat ist unbeschreiblich!

 

Und natürlich hoffen wir, dass ein wenig von unserer Begeisterung auch auf die Zuschauer überspringt und sie wirklich Spaß haben an unseren Vorführungen!.